Kaffeeanbau - Kaffeehandel

Kaffee vom Kilimandscharo hat eine hohe Qualität und ist weltweit beliebt. Für Tansania ist der Kilimandscharo-Kaffee ein wichtiges Exportgut. Die Stadt Moshi am Kilimandscharo ist ein Hauptumschlagplatz für den Kaffeehandel.
Kaffeeanbau auf Sansibar. Als Kaffeekirschen bezeichnet man die roten Steinfrüchte, die rein optisch den Kirschen ähneln.
Kaffeeanbau in Tanzania. Die Kaffeekirsche wird im täglichen Sprachgebauch häufig als Kaffeebohne bezeichnet.
Siegel für FAIREN HANDEL

Kaffee gehört zu den wichtigsten Welthandelsgütern. Für einen Großteil der 25 Millionen Kaffee-Bauern ist er jedoch ein sehr arbeitsintensives Produkt, das sehr viel Aufmerksamkeit erfordert - auf der anderen Seite aber nur sehr wenig Gewinne einbringt.

Für viele Länder des Südens ist die Kaffeeproduktion ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die meisten Bauernfamilien, die von der Kaffeeproduktion leben, sind in Entwicklungsländern zu Hause.

Die Kaffee-Industrie sieht ethische Zertifizierungssysteme wie Fairtrade, die soziale und ökologische Herausforderungen angehen, als ein Instrument zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in dem Sektor – insbesondere vor dem Hintergrund der kontinuierlich steigenden Nachfrage nach nachhaltigem Kaffee in den letzten 10 Jahren.

Die gestiegene Nachfrage nach nachhaltigem Kaffee muss als Chance für die Produzenten genutzt werden, einen Weg aus der Armut hin zu besseren Lebensbedingungen zu finden. Damit das gelingt, setzt sich Fairtrade für das wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltige Handeln aller Akteure in der Lieferkette ein.

Spielregeln für den Fairen Kaffee-Handel

Die starken Preisschwankungen der vergangenen Jahre auf dem Weltmarkt manifestieren sich vor allem in den Problemen der Bauernfamilien, die sich nicht auf einen stabilen Preis verlassen können. Die soziale Lage der kleinbäuerlichen Kaffeeproduzenten und die Auswirkungen, welche die Preisschwankungen auf sie haben, sind schon seit vielen Jahren Gegenstand des Fairen Handels.

Kaffeebauernfamilien erhalten auf dem konventionellen Markt oft weniger als die jeweilige Börsennotierung für Rohkaffee, da sie den Kaffee meist an Zwischenhändler zu miserablen Preisen verkaufen müssen.

Den Kleinbauern und ‐bäuerinnen fehlt es vor allem an Mitsprache am Weltmarkt und an notwendigen Marktinformationen (zum Beispiel über die globale Produktion und über das Konsumverhalten hinsichtlich biologischen Qualitätskaffees), um gegebenenfalls ihre Kaffeeproduktion nach Veränderungen ausrichten zu können.

Fairtrade-Standards für Kaffee:

  • Nur Kleinbauern, die sich zu Kooperativen oder Organisationen zusammengeschlossen haben, können ihren Kaffee zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen.
  • Die Organisationen müssen politisch unabhängig sein und eine demokratische Struktur aufweisen in der jeder Bauern und jede Bäuerin das gleiche Stimmrecht hat.
  • Produzentenkooperativen erhalten einen festen Mindestpreis. Wenn der Weltmarktpreis über dem Fairtrade-Preis liegt, bekommen die Bauern den höheren Preis ausbezahlt.
  • Für biologisch angebauten Fairtrade-Kaffee erhalten die Bauern einen höheren Mindestpreis.
  • Die Bauern erhalten außerdem eine Fairtrade-Prämie, die an die Kooperative ausgezahlt wird. Mindestens 5 Cent pro lb Kaffee müssen dabei für Projekte zur Steigerung von Produktivität und Qualität verwendet werden. Die restlichen Einnahmen durch die Prämie müssen für soziale oder ökonomische Investitionen, die der Gemeinschaft zu Gute kommen, verwendet werden.
  • Umweltstandards begrenzen den Einsatz von Agro-Chemikalien und unterstützen die Bauern bei einer nachhaltigen Produktion.
  • Die Produzenten erhalten auf Wunsch eine Vorfinanzierung der Ernte von 60 Prozent des Vertragspreises.
  • Verbot von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit.

 

Quelle: http://www.fairtrade-deutschland.de; Fotos: Ernst Brülbeck